Was ist eine Five-Forces-Analyse?
Porters Five Forces ist das maßgebliche Analysemodell, um die Wettbewerbsintensität und die zugrunde liegende Profitabilität einer Branche zu bewerten. Statt nur auf direkte Wettbewerber zu schauen, zwingt es dich, das strukturelle Kräfteverhältnis zwischen Lieferanten, Abnehmern, neuen Anbietern und Ersatzprodukten zu analysieren.
- Ideal für
- Marktanalyse & strategische Positionierung
- Dauer
- 45–60 Min.
- Wer dabei ist
- Führungs- & Strategieteams
- Am Ende habt ihr
- Eine strukturelle Landkarte der Branchenprofitabilität und der strategischen Hebel.
Wann du eine Five-Forces-Analyse einsetzt
Nutze das Modell, bevor du in einen neuen Markt einsteigst, wenn du eine große Neuausrichtung prüfst oder verstehen willst, warum die Margen trotz starker operativer Umsetzung strukturell unter Druck stehen.
So gelingt eine Five-Forces-Analyse
Untersuche die fünf Kräfte einzeln. Beginne mit der zentralen „Rivalität im Wettbewerb“ in der Mitte. Bewerte dann die „Bedrohung durch neue Anbieter“ (Markteintrittsbarrieren), die „Bedrohung durch Ersatzprodukte“ (alternative Lösungen), die „Verhandlungsmacht der Lieferanten“ (Einfluss auf die Inputs) und die „Verhandlungsmacht der Abnehmer“ (Einfluss auf die Preise). Konzentriere dich auf die strukturelle Ökonomie, nicht auf kurzlebige Trends.
Leitfragen für jeden Abschnitt
01Rivalität im Wettbewerb
- Konkurrieren die Wettbewerber vor allem über den Preis, oder grenzen sie sich über den Nutzen ab?
- Stagniert das Branchenwachstum, sodass jeder Marktanteil nur auf Kosten anderer zu gewinnen ist?
02Bedrohung durch neue Anbieter
- Welche strukturellen Barrieren (Kapital, Regulierung, Netzwerkeffekte) hindern Startups daran, Marktanteile abzujagen?
- Haben etablierte Anbieter erhebliche Kostenvorteile, die nicht von ihrer Größe abhängen?
03Bedrohung durch Ersatzprodukte
- Welche ganz anderen Produkte oder Dienstleistungen lösen dasselbe zugrunde liegende Kundenproblem?
- Verbessert sich das Preis-Leistungs-Verhältnis der Ersatzprodukte so schnell, dass es unser Kerngeschäft bedroht?
04Verhandlungsmacht der Lieferanten
- Wie abhängig sind wir bei kritischen Inputs oder Infrastruktur von einem einzigen Lieferanten?
- Können Lieferanten glaubhaft damit drohen, durch Vorwärtsintegration selbst in unseren Markt einzusteigen?
05Verhandlungsmacht der Abnehmer
- Wie konzentriert sind unsere Abnehmer? (z. B. macht ein einzelner Kunde mehr als 10 % des Umsatzes aus?)
- Sind die Wechselkosten für Abnehmer so niedrig, dass sie enorme Verhandlungsmacht haben?
Ausgefüllte Beispiele
SaaS-CRM-Startup
Bewertung der Branche für CRM-Software.
- Harter Wettbewerb mit dominanten Anbietern wie Salesforce und HubSpot.
- Hohe Marketingausgaben nötig, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
- Niedrige technische Hürden für einfache Software, aber hohe Hürden bei den Sicherheitsanforderungen von Konzernen.
- Hohe Kosten der Kundengewinnung schrecken ab.
- Tabellen (Excel/Google Sheets) bei kleinen Unternehmen.
- Branchensoftware mit eingebauten CRM-Funktionen.
- Wenig Macht bei einfachen Cloud-Anbietern (AWS/GCP), weil austauschbar.
- Viel Macht bei wichtigen Integrationspartnern oder API-Anbietern (z. B. Google Workspace).
- Wenig Macht bei KMU-Kunden, weil der Markt zersplittert ist.
- Viel Macht bei Konzernkunden, die eigene Konditionen und hohe Rabatte verlangen.
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Klassische Branchenanalysen werden schnell zu veralteten Foliensätzen. Eine Five-Forces-Analyse lohnt sich, wenn sie eine Entscheidung verändert, etwa ob ein Markteintritt sinnvoll ist oder wie eine neue Positionierung aussehen soll. Wirft sie so eine Frage auf, wähle eine von Medis Live-Sessions: Medi leitet die Diskussion, hinterfragt Annahmen und schreibt Entscheidungen, Verantwortliche und nächste Schritte auf.
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